Fußball Landesklasse: ...Starke Moral und Pascal Sparwasser sichern Sieg

 

Landesklasse 3: VfB Germania Halberstadt II - SV Westerhausen II  2:1  (0:0)

(Bericht: Lucas Katterbe, Bernd Waldow)

Ex-Germane „Fritze“ Reitzig war unmittelbar nach Abpfiff einer der ersten Gratulanten bei „Calli“ Sparwasser. „Den hast du klasse gehalten“ lobte der Unterlegene, nachdem Sparwasser in der Nachspielzeit binnen fünf Sekunden drei Torschüsse des SVW abgewehrt und damit den Sieg festgehalten hatte, einen darunter eben von Reitzig – ein ausgesprochen fairer Umgang mit dem Kollegen aus dem Ex-Verein, auch so etwas geht, Hut ab!

Insgesamt zeigte die Mannschaft des VfB Germania II eine äußerst lobenswerte Reaktion auf die vor knapp zwei Tagen erlittene Niederlage in Thale. Von Beginn an waren die Hausherren um Spielkontrolle bemüht, agierten und zwangen so den SVW zu Beginn, nur zu reagieren. Kai Morozumi setzte das erste Zeichen, sein Strahl aus 18 Metern geriet knapp zu hoch, ebenso sein zweiter Versuch und auch Edilson Victor Soares da Gama und Leon Eckert hatten nicht genug Zielwasser intus. Westerhausen näherte sich nur zögerlich dem erstmals nach seiner langwierigen Verletzung von Sparwasser gehüteten Tor der Halberstädter, der sich weniger durch spektakuläre Aktionen auszeichnen musste, sondern viel mehr durch ein mehrfach perfektes Timing, war im und außerhalb seines Strafraumes stets vor seinen Kontrahenten am Ball und löschte so schon manchen „Brand“ in der Entstehung. Mitte der ersten Halbzeit verfehlte der SVW per Freistoß und Nachschuss nur knapp das Tor, ehe der zweite Nachschuss vor der Linie geklärt wurde. Ansonsten lief der Ball bis zum Strafraum in Halberstädter Reihen oft sehenswert, dann aber fehlte die Präzision oder die Abstimmung, so dass viele Chancen verpufften, ehe sie gefährlich werden konnten. Trotzdem war der VfB Germania II der Führung deutlich näher, als der Gast. Als 10 Minuten vor der Pause Morozumi mit einem feinen Doppelpass die SVW-Abwehr aushebeln konnte, wurde er 14 Meter vor dem Tor schlicht umgemäht. Zur allgemeinen Überraschung  ertönte hier nicht der eigentlich klare Elfmeterpfiff. Gute Ansätze, keine Tore. Das Dilemma ist in Reihen des VfB Germania nicht neu... Halbzeit 0:0.

Im zweiten Durchgang ein ähnlich interessantes Aufeinandertreffen, zunächst wieder mit Vorteilen für die Gastgeber. Aber auch Sparwasser im HBS-Tor hatte jetzt ein paar Bälle zu parieren, machte das tadellos, konnte sich auch einmal gegen Reitzig behaupten, der frei vor ihm aufgetaucht war, aber nicht sehr druckvoll abschloss. Dann die 60.Minute. Paul Gennrich (SVW) konnte sich ein verschmitztes Lächeln nicht verkneifen, denn Fabio Hollerbaum hatte ihm den Ball schon abgenommen, wurde dann vom Westerhäuser in die Hacken getreten. Dafür gab es allen Ernstes Elfmeter für Westerhausen. „Fritze“ Reitzig trat mit all seiner Erfahrung an und verwandelte sicher. Die Halberstädter aber blieben ihrer Linie treu und versuchten viel, mit hohem Kraftaufwand und intakter Moral! Die Folge waren immerhin einige Freistöße aus verheißungsvoller Position. Bonandji Valentim Pereira Nunes nahm sich in der 64. Minute eines solchen an: Halb rechte Position, knapp zwanzig Meter. Sauber um die Mauer gezirkelt, konnte Torhüter Martin Werner dem Spielgerät nur noch hinterher fassen – der hoch verdiente 1:1-Ausgleich.

 

In der Folge blieben die Halberstädter bemüht um offensive Akzente, konnten aber Westerhäuser Konter nicht ganz unterbinden. Mit allen verfügbaren Kraftreserven verteidigten die Hausherren leidenschaftlich im Zusammenspiel. Was dennoch durchkam, wurde eine sichere Beute von „Calli“ im HBS-Tor. Nach vorn wurden die von Lucas Katterbe und Denis Riewoldt gecoachten Domstädter immer wieder kurz vor dem Ziel gestoppt, aber auch immer wieder auf Kosten von Freistößen. Man schrieb bereits die Vorschlussminute, als wieder Pereira Nunes einen solchen aus ähnlicher Position trat, wie beim 1:1. Und auch diesmal konnte Torwart Werner den Ball nicht festhalten, den Nachschuss von Araides Roberto Vunda Andre unters Tordach konnte er dann auch nicht mehr blocken – 2:1 für die Hausherren. Nur drei Minuten Nachspielzeit wurden angezeigt, die wurden aber turbulent. Zuerst ein Schlag ins Gesicht von Pereira Nunes, vom Schiedsrichter-Trio nicht gesehen, wohl aber von Vunda Andre, der den „Übeltäter“ auf den Fuß trat, der sich mit einem ordentlichen Stoß revanchierte. Dafür kassierte nur der Halberstädter „Rot“. Unabsichtlich im Gesicht getroffen wurde bei einer Eingabe Sparwasser, der daraufhin noch behandelt werden musste, bevor die oben angesprochene Dreifach-Rettungstat als Garant für den Sieg nach großem Kampf gefeiert werden konnte.