Nur 3:3 bei Schott Jena, aber weiterhin auf Platz 4!
Am 12. Spieltag mussten sich unsere Oberligafußballer trotz eines couragierten Auftritts beim Tabellenletzten SV Schott Jena mit einem 3:3-Unentschieden zufrieden geben. Tragischer Held war Kapitän Gerlach, der erst mit zwei tollen Toren glänzte und später nach einem Handspiel mit Rot vom Platz flog. Neumann war zuvor der zwischenzeitliche Ausgleich zum 2:2 gelungen. Für die Gastgeber trafen Mosert doppelt und Raab per Strafstoß.

Christoph Weichert (21 Jahre)
Mit gemischten Gefühlen waren wir nach Jena gereist, wusste doch jeder, nach der Heimniederlage gegen Sachsen Leipzig, um die schwere der Aufgabe, auch wenn wir beim Tabellenletzten SV Schott Jena zu Gast waren. Die Thüringer hatten in den letzten Wochen den einen oder anderen Favoriten mächtig geärgert, trotz der mageren drei Punkte auf der bisherigen Habenseite, und viele Außenstehende diskutierten bereits im Vorfeld über die Höhe des Auswärtssieges. Dennoch strotzte unsere Mannschaft nicht wirklich vor Selbstvertrauen, wechselten sich doch in den letzten acht Pflichtbegegnungen jeweils Sieg und Niederlage regelmäßig ab. Wenig Positives gab es auch von der „Personalfront“ zu berichten. Saalbach, Hosenthien, Rode fallen noch mindestens bis Januar 2010 aus, bei Kalbus und Kessler steht eine Rückkehr weiter in den „Sternen“ und Krüger (krank) fehlte trotz abgesessener Sperre. Dennoch gab es ein kleines „Hoffnungslicht“, denn Weichert meldete sich, nach der sieben Tage zuvor erlittenen Fleischwunde, kurzfristig einsatzbereit und auch Binsker kehrte nach seiner zwangsbedingten Pause ins Aufgebot zurück. Schott-Trainer Wolfgang Schakau konnte hingegen fast aus dem Vollen schöpfen, nur Schmolke saß mit Erkältung auf der Bank, aber dafür stand Kapitän Wolter wieder in der Startelf.

Torschütze Christof Neumann
Auf Platz 3 des Ernst-Abbe-Sportfeldes entwickelte sich sofort eine muntere Partie, in der wir von Beginn an eindeutig den „Ton“ angaben. So verfehlte Blankenburg frühzeitig das gegnerische Gehäuse nur um wenige Zentimeter (7.). Ebenso musste sich Schott-Keeper Just bei einem Gerlach-Freistoß mächtig strecken (12.). Machtlos blieb Just jedoch beim nächsten Angriff unsererseits, als Binsker energisch nachsetzte und Blankenburg Mitspieler Gerlach erstklassig frei spielen konnte, sodass unser Kapitän keine große Mühe hatte, aus zwölf Metern die 0:1-Führung zu erzielen (15.). Kurz darauf glichen die Gastgeber jedoch völlig überraschend aus, als Kopp etwas ungestüm zu Werke ging und Mosert den folgenden Freistoß direkt (und fast von der Eckfahne) zum 1:1 ins Tor knallte, Kischel hatte etwas gezögert - ärgerlich (21.). Davon unbeeindruckt drückten wir weiterhin aufs Tempo und u. a. scheiterten Binsker, Blankenburg und Gerlach knapp, aber dennoch waren es die Jenaer, die den Spielverlauf dann komplett auf den Kopf stellten, als sie mit ihrer zweiten Chance das zweite Mal trafen. Kaiser hatte geflankt und der relativ kleine Mosert war per Kopf zum 2:1 erneut zur Stelle (38.). Zum Glück ließen wir uns nicht lange bitten und Neumann knallte den Ball mit einem Distanzschuss aus ca. 28 Metern zum 2:2 in den gegnerische Kasten (40.). Dass Keeper Just dabei keine glückliche Figur machte, war uns in dem Moment rundweg egal! Obwohl wir spieler- und läuferisch überlegen waren, und auch deutliche mehr Spielanteile hatten, ging es mit einem Remis in die Kabinen.

Erst traf Gerlach (Nr. 10) per Freistoß! Später musste er mit Rot runter! Foto: SV Schott Jena
Auch in der zweiten Halbzeit setzten wir den Gegner sofort unter Druck, und nach einer abgewehrten Gerlach-Ecke verzog Neumann völlig freistehend und aus 17 Metern um Haaresbreite (46.). Dann wurde Eggert, nach einer Flanke von Götz, zu Fall gebracht, sodass Gerlach an der Strafraumgrenze zum Freistoß antrat und den Ball um die Jenaer Mauer herum zum 2:3 in den Dreiangel schlenzte (56.). Dennoch „rappelte“ sich Schott wieder auf, und fortan riskierte der Thüringer Aufsteiger mehr, spielte mutiger nach vorne, weil wir uns auch etwas zu weit zurückzogen. So hatte folglich der 20-jährige Mosert, der bis zu dieser Begegnung noch nie ein Oberliga-Tor erzielen konnte, seinen dritten Tagestreffer auf dem Fuß, scheiterte jedoch mit seinem Schuss aus acht Metern am reflexartig reagierenden Kischel (72.).

Kapitän Enrico Gerlach (32)
Nur eine Minute später hätten unsere Jungs diese Partie dann endgültig entscheiden können, wenn nicht sogar müssen, als wir mustergültig über Binsker und Blankenburg konterten, aber Eggert aus zwölf Metern das Tor leider nicht traf. Ebenso fasste sich Freimann kurz darauf ein „Herz“, jedoch klatschte sein 26-Meter-Knaller an die gegnerische Latte (78.). So kam es wie es kommen musste… Nach einer Ecke vom Doppel-Torschützen Mosert stieg Peters am höchsten und köpfte den Ball Richtung Dreiangel, wo Gerlach das Leder unter Mithilfe seiner Hände gekonnt über die Latte lenkte. Regelgerecht gab es Rot für unseren Kapitän und einen Elfmeter für Schott Jena, den Raab sicher zum 3:3 verwandelte (84.). Aber auch in Unterzahl konnten wir uns bis zum Abpfiff noch die große Chance auf den Siegtreffer erarbeiten, als Weichert, nach einem weiten Kischel-Abschlag, mit Eggert Doppelpass spielte, aber statt den Ball von der Strafraumgrenze ins Tor zu bugsieren, übers Gehäuse schoss - ein Tausendprozenter (87.). Mehr passierte dann leider nicht, es bleib beim 3:3…
Trotz einer sehr ordentlichen Leistung, vor allem in der Offensive, von der auch die neun guten Tormöglichkeiten zeugen, nahmen wir aus Jena nur den einen Punkt mit nach Hause, weil Gastgeber Schott bei der Chancenverwertung fast „erstklassig“ agierte. Dennoch war Trainer Petersen nach der Partie nicht gänzlich unzufrieden, weil die Vorstellung seiner Jungs eine enorme Leistungssteigerung gegenüber der Erfurt-Niederlage bedeutete. Davon abgesehen konnten wir mit diesem Remis und nun 19 Punkten den vierten Tabellenplatz abermals verteidigen, und hinzu kommt, dass wir in der laufenden Oberliga-Saison bisher immer unter den besten vier Mannschaften zu finden waren, dass ist so schlecht nicht, auch angesichts der anhaltenden massiven Personalprobleme.
Am kommenden Samstagnachmittag führt uns das Achtelfinale im Landespokal zum TuS Schwarz-Weiß Bismark », Anstoß ist bereits um 13 Uhr, ehe am 21. November, auch ein Samstag, das nächste Ligaspiel ansteht. Dann treffen wir im Friedensstadion auch schon um 13 Uhr auf die Drittliga-Reserve-Mannschaft von Carl-Zeiss Jena.
SV Schott Jena:
Just – Schulz (75. Peters), Schakau, Raab, Bloß – Mosert, Hacker, Wolter, Hurt – Kaiser (61. Richter), Heuschkel
VfB Germania Halberstadt:
Kischel – Götz, Kopp, Pölzing – Weichert, Heit – Neumann (77. Freimann), Gerlach, F. Binsker – Eggert, Blankenburg (80. Reitzig)
Schiedsrichter: Lars Albert (Tannenbergsthal)
Tore: 0:1, 2:3 Gerlach (15./56.), 1:1, 2:1 Mosert (21./38.), 2:2 Neumann (40.), 3:3 Raab (84./HE)
Zuschauer: 91, inkl. 22 Germania-Fans
Gelbe Karten: Wolter, Schulz, Mosert – Kopp, Weichert
Rote Karte: Gerlach (83./absichtliches Handspiel)
Torchancen: 4:9 (2:4)











