Mit 0:3 in Zwickau verloren, im Pokal nach Amsdorf!
Mit einer deutlichen Niederlage haben sich unsere Oberliga-Fußballer am gestrigen Samstagnachmittag in die Winterpause verabschiedet. Beim FSV Zwickau verloren wir in Unterzahl, Reitzig hatte aufgrund einer Notbremse frühzeitig Rot gesehen, und nach einer mangelhaften Leistung mit 0:3 (0:1). Damit belegen wir nach dem 15. Spieltag leider nur den 9. Tabellenrang.
Nach vier sieglosen Spielen in Folge fuhren unsere Jungs am Samstagmorgen wohl kaum mit der so notwendigen selbstbewussten „Brust“ nach Zwickau, um den gastgebenden FSV » zu besiegen. Hinzu kamen die seit vielen Wochen schwerwiegenden Personalprobleme, die nun darin „gipfelten“, dass mit Heit, Reitzig, Grimm und Freimann allein vier Akteure aus der so genannten „zweiten Reihe“ in der Startelf standen. Außerdem saß Nachwuchskicker Köhler auf der Ersatzbank, aber der 18-Jährige war bisher für 28 der 50 Tore unserer A-Jugend-Verbandsliga-Mannschaft selbstverantwortlich, und auch durch die fünf Landesliga-Treffer in der Zweiten hatte er sich seinen Einsatz redlich verdient.
Bei Zwickau fehlten Günther (Knie-OP) und Meyer (Leistenprobleme), was die Gastgeber aber nicht weiter beunruhigte, denn unter Interimscoach Barsikow holten die Westsachsen aus den letzten fünf Partien sage und schreibe vier Siege. Dessen ungeachtet wollten unsere Jungs trotzdem noch mal mit voller Kraft dagegen halten, und wenigstens einen Auswärtspunkt mitbringen. Für dieses Vorhaben stellte Trainer Petersen seine Mannschaft etwas defensiver auf, im taktischen 4-5-1-System, mit Reitzig als Rechtsverteidiger und Grimm als einziger Spitze.

Doppeltorschütze Axel Fuchsenthaler, Leeroy Götz und Vorbereiter Khvicha Shubitidze (v. l.)
Leider wurden aber alle Pläne bereits nach acht Minuten über den Haufen geworfen, als sich Heit und Götz bei einem Kopfballduell an der Mittellinie gegenseitig behinderten, Kopp zu weit aufgerückt war und Helbig auf und davon zog, nur von Reitzig verfolgt, der den erfahrenen Angreifer (mehr als 130 Bundesliga-Partien) dann kurz vor der Strafraumgrenze zu Fall brachte. Die Folgen waren klar, Notbremse und Rot für Reitzig und fortan Elf Zwickauer gegen Zehn Halberstädter. Den anschließenden Freistoß von Helbig lenkte Kischel bravourös über die Latte (9.). Kurz darauf konterte Zwickau erneut, ein verunglückter Rettungsversuch von Freimann (Kopfball) landete bei Fuchsenthaler, der das Tor per Lupfer knapp verfehlte (11.). Die folgende Unterbrechung, Kischel musste nach einem Zusammenprall mit Fuchsenthaler behandelt werden, nutzte Coach Petersen für eine Neuordnung der Defensive: Heit jetzt neben Kopp in der Innenverteidigung, Götz als „Reitzig-Ersatz“ und Weichert allein auf der „Sechs“.
Diese Umstellungen machten sich auch sofort bemerkbar, denn erst nach gut einer halben Stunde tauchten die Sachsen das nächste Mal gefährlich vor unserem Tor auf, aber Lietz fand mit dem Schuss aus 18 Metern in Kischel seinen Meister (32.). Der nächste individuelle Fehler unsererseits führte dann auch schon zum 1:0. Binsker „schenkte“ Helbig den Ball vor dem eigenen Strafraum, Querpass auf Fuchsenthaler, der am „langen“ Pfosten mühelos aus drei Metern zur Führung einschob (35.). Dann ein Konter über Weichert, Doppelpassspiel zwischen Grimm und Freimann, guter Pass in den freien Raum, Grimm legte den Ball an Baumann vorbei, wird dabei leicht berührt, fällt, aber der Pfiff blieb aus, der „Hinfaller“ war wohl zu theatralisch (43.). In der Nachspielzeit hatten wir dann noch eine gute Szene: Ballgewinn Gerlach an der Mittellinie, Konter über Blankenburg, Pass am 16er auf Weichert, aber Trehkopf knallte das Leder aus dem Strafraum, eine aggressive Ballbehauptung von Weichert war hierbei leider nicht zu erkennen.

Christoph Weichert (Nr. 20) vergab nach der Pause unsere einzige Torchance! Fotos: proIpicture
Mit zwei Neuen, Mutschler und Neumann, begannen wir die zweite Spielhälfte, aber bereits vier Minuten nach Wiederanpfiff zappelte das Leder erneut in unserem Netz. Diesmal hatte sich Gerlach einen folgenschweren Ballverlust geleistet, Jazwinski spielte in die Nahtstelle unserer Abwehr, steckte somit auf Lietz durch, Pass in die Mitte und Helbig drosch den Ball eiskalt zum 2:0 ins Tor (49.). Etwas später wurden wir dann mutiger und Götz zog aus dem Hinterhalt ab, jedoch kamen Heit und Grimm zum „Abstauben“ zu spät (54.). Kurz darauf hatten wir wieder Glück, dass Schiedsrichter Jauch nach einem Foul von Heit an Helbig im Strafraum auf Weiterspielen entschied, und Kischel den folgenden Schuss von Shubitidze festhalten konnte (59.). Dann folgte eine gefährliche Ecke von Mutschler und nach mehreren Abwehrversuchen der Gastgeber landete der Ball bei Weichert, der jedoch aus acht Metern kläglich an Gommert scheiterte - unsere einzige (!) hundertprozentige Torchance (61.).
Danach gab es einen Zwickauer Angriff über die rechte Seite, Gillert legt im Strafraum auf Koziak ab, Koziak hat freie Bahn, schießt aber aus elf Metern übers Tor, und nur eine Minute später parierte Kischel einen Schuss von Trehkopf mit einer bärenstarken Parade, wie auch ein Gewaltschuss von Jazwinski unser Gehäuse nur knapp verfehlte (68.). Entsprechend war ein weiterer Treffer von Zwickau absehbar, als Fuchsenthaler einen Querpass von Shubitidze locker zum 3:0 nutzen konnte (72.). Bis zum Abpfiff schaukelten die Gastgeber den hoch verdienten Sieg nach Hause. Wir hatten an diesem Tag und in 80-minütiger Unterzahl nicht den Hauch einer Chance, weil unsere Vorstellung u. a. durch zahlreiche individuelle Fehler geprägt war, sowohl in der Defensive, als auch in der Offensive. Hinzu kam, dass Zwickau bei dieser Partie weitaus stärker besetzt war und dementsprechend blieb diese Auswärts-Niederlage keine große Überraschung.
Ähnlich analysierten beide Trainer das Spiel bei der anschließenden Pressekonferenz. „Nach acht Minuten war die Partie mit dem Platzverweis eigentlich entschieden. Trotz des letzten Aufgebots hatten wir uns viel vorgenommen, wir wollten tief stehen, werden aber bereits in der Anfangsphase mehrmals ausgekontert. Wir schießen einfach zu viele Böcke in der eigenen Defensive. Vor allem tut es mir für Friedrich Reitzig sehr leid. Jetzt lecken wir unsere Wunden, gehen Gott sei Dank in die Winterpause und hoffen auf eine bessere Rückrunde“, merkte Trainer Petersen an. „Ich bin mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Wir wollten uns mit einem Sieg von unserem Publikum verabschieden, das ist uns gelungen. Die frühe Hinausstellung hat uns natürlich immens in unsere Karten gespielt, trotzdem haben wir uns bis zur Pause schwer getan. Danach profitierten wir deutlich von der numerischen Überzahl, so Zwickau-Coach Barsikow.
FSV Zwickau:
Gommert – Gillert, Baumann, Trehkopf, Lietz – Koziak, Wölfel, Jazwinski, Shubitidze (86. Troschke) – Helbig (79. Bazan), Fuchsenthaler (78. Pietsch)
VfB Germania Halberstadt:
Kischel – Reitzig, Kopp, Götz, F. Binsker (46. Mutschler) – Weichert, Heit – Freimann (46. Neumann), Gerlach, Blankenburg – Grimm (71. Köhler)
Schiedsrichter: Torsten Jauch (Benshausen)
Tore: 1:0, 3:0 Fuchsenthaler (35./72.), 2:0 Helbig (49.)
Zuschauer: 892, inkl. 12 Germania-Fans
Gelbe Karte: Freimann
Rote Karte: Reitzig (8./Notbremse)
Torchancen: 9:1 (4:0)
Zur Diskussion im Fan-Forum »
Rückblick Hinrunde

Blankenburg war treffsicher!
Waren wir während der ersten 13 Spieltage immer unter den besten Fünf platziert, „überwintern“ wir jetzt mit 20 Punkten „nur“ auf Rang 9 des aktuellen Oberliga-Klassements. Die Tabelle wird eindeutig von Herbstmeister RB Leipzig angeführt (38), danach folgen Bautzen (31), die U23-Teams von Dynamo Dresden und Carl Zeiss Jena (je 30), Zwickau (25), Überraschungs-Aufsteiger Halle 96 (23), Erfurts Zweite (22) und Sachsen Leipzig (21). Vor allem die vermeidbaren Punktverluste gegen die Abstiegs-Kandidaten Schott Jena und Gera wiegen schwer, aber auch gegen Jenas U23 wurden alleine zwei Zähler “verschenkt”. Hätten wir unser Potential effizienter abgerufen, wäre ein Tabellenplatz 4 oder 5 durchaus möglich gewesen, trotz der außergewöhnlichen Verletztenmisere, zumal auch die Heimniederlagen gegen Erfurts U23 und Sachsen Leipzig unnötig waren, wie auch die Auswärtsniederlage in Bautzen. Zu Hause holten wir 13 der 24 möglichen Punkte, auswärts gar nur sieben von 21. Erschwerend kommt hinzu, dass wir in den ersten zehn Ligaspielen nur zehn Gegentore kassierten, bei 18 Punkten, aber allein in den letzten fünf Partien trafen die Gegner insgesamt 14 Mal und wir erkämpften nur noch zwei magere Zähler.
Vor allem an diesen Defensivproblemen gilt es nun in der Winterpause zu arbeiten, denn ein Torverhältnis von 26:24 spricht hier eindeutige Bände. Positiv hervorzuheben ist allerdings der Einzug in die Runde der letzten Acht im Landespokal. Ebenso stellen wir mit Roy Blankenburg (Foto) den besten Torschützen der Liga (11 Treffer). Außerdem wird zum geplanten Trainingsauftakt am 7. Januar der eine oder andere Langzeitverletzte zurückkehren, wie z. B. Saalbach, Rode und Hosenthien, und dann werden unsere Jungs alles daran setzen, im Jahr 2010 eine Aufholjagd zu starten.
Am Sonntag wurde zudem das Viertelfinale im Landespokal ausgelost. Demnach müssen wir beim Verbandsligisten 1. FC Romonta Amsdorf 1921 » antreten. Voraussichtlicher Spieltermin ist Samstag, der 6. Februar 2010.











