VfB Germania Halberstadt

2. Mai 2010

Unglückliche 1:2-Niederlage bei Sachsen Leipzig!

Nach sieben ungeschlagenen Pflichtspielen in Folge mussten unsere Oberliga-Fußballer beim FC Sachsen Leipzig leider eine Niederlage hinnehmen. Die Partie des 26. Spieltages endete mit einem relativ glücklichen, aber durchaus verdienten 2:1-Sieg der Gastgeber. Eggert (Foto) hatte uns vor der Pause, nach einem tollen Konter über Rode, in Führung geschossen, aber die Treffer von Kuckelt und Heyse drehten das Spiel.

Kopp musste zuschauen!

Kopp musste zuschauen!

Die zweite „Englische Woche“ sollte nach zuletzt drei Siegen in Serie (Pokal 1. FC Magdeburg, Heimsieg gegen Lok Leipzig und Auswärtsdreier in Pößneck) mit einem weiteren Erfolg bei Sachsen Leipzig » abgeschlossen werden, zumindest einen Punkt wollten unsere Jungs mit ins Rückreisegepäck verfrachten. Außerdem galt es, die 2:4-Hinspiel-Niederlage wieder etwas vergessen zu machen. Aufgrund der Sperre von Kopp (5. Gelbe) war Trainer Petersen gezwungen seine Startelf erneut umzustellen, Hosenthien rutschte diesmal ins Team. Ebenso spielten Götz und Reitzig für Neumann und Salihu von Beginn an. Bei „Chemie“ fehlten mit R. Gerber, Seifert und Scholze gestandene Akteure, die Coach Heyne mit aufstrebenden Jungspornen, wie z. B. Schmidt, Kuckelt und Schößler ersetzte. Ex-Germane Pfeffing saß vorerst nur auf der Ersatzbank. Beide Mannschaften starteten im taktischen 4-4-2-System, wobei jeweils angestammte „Sechser“ in die Innenverteidigung rutschten, Siemund bei uns, Kittler bei Sachsen.

Rode mit dem ersten Asssist!

Rode mit dem ersten Asssist!

Die erste hochkarätige Torchance der Partie resultierte aus einer Ecke von Leipzigs Heinze, ein Kopfball von Heyse aus ca. fünf Metern folgte, aber Kischel hatte bravourös gehalten (9.). Kurz darauf stand Schiedsrichter Wartmann im Mittelpunkt, als er ein heftiges Foul von Kuckelt an Reitzig ohne die eigentlich zwingende Gelbe Karte ahndete, der Auftakt von einigen strittigen Entscheidungen, die oftmals zugunsten der Gastgeber ausgelegt wurden (10.). Nur eine Minute später flog ein Freistoß von Krüger in den gegnerischen 16er, und in der Folge verlor Schößler den Ball an Mutschler, der Sachsen-Keeper Weiß jedoch nicht aus Nahdistanz bezwingen konnte. Von diesem Zeitpunkt an bestimmten wir das Geschehen auf dem Platz und zeigten teilweise richtig guten Fußball, u. a. gefiel Hosenthien mit einem Ballgewinn im Mittelfeld, Doppelpass mit Reitzig, der sensationell per Hacke auf erneut Hosenthien ablegte, aber der 34-Jährige vermochte es leider nicht, denn Ball aus zehn Metern am Keeper vorbei ins Tor zu bugsieren, Weiß parierte glücklich (24.). Die folgende Ecke nutzte Eggert zu einem fulminanten Nachschuss, Köckeritz hatte sich aber im letzten Moment dazwischen geworfen, und nur 40 Sekunden später wurde Reitzig im Leipziger 16er, nach Götz-Flanke, von Kuckelt umgestoßen, aber Wartmann ließ Weiterlaufen.

Florian Eggert traf zum 0:1!

Eggert traf zum verdienten 0:1!

Viel eindeutiger war jedoch das böse Foul von Köckeritz in die Beine von Götz, “dunkelgelb” wäre das eigentliche „Urteil“ gewesen, aber sogar zum Erstaunen der Gastgeber wurde ohne Unterbrechung weiter gespielt, eine krasse Fehlentscheidung (27.). Götz musste zudem deswegen später verletzt vom Platz. Dennoch ließen wir uns von diesen kleinen Nachteilen nicht beeindrucken, spielten weiter mutig nach vorne, setzten die Grün-Weißen massiv unter Druck und zwangen sie zu Fehlern im Spielaufbau. Einen dieser Fehler nutzte Rode zu einem energischen Antritt, Doppelpass mit Reitzig und Rode sah den völlig freien Eggert lauernd, spielte ihn überragend im Strafraum frei (sein erster Assist der Saison), sodass unser Goalgetter zum 0:1 nur noch ins leere Tor einschieben brauchte (35.). „Chemie“ wirkte vorläufig geschockt und kam erst mit einem Freistoß wieder in Torraumnähe, aber der äußerst gefährliche Schlenzer von Schößler flog zu unserem Glück knapp am Pfosten vorbei (40.), wie auch Pölzing kurz darauf bei einer Kuckelt-Flanke noch entscheidend eingreifen konnte (41.). Kurz vor der Pause hatten wir dann abermals einen zweiten Treffer auf dem Fuß, aber Kittler klärte die Eingabe von Götz vor dem einschussbereiten Reitzig (44.).

Die erste Torchance der zweiten Halbzeit hatten unsere Jungs zu verzeichnen, aber Schlussmann Weiß konnte den abgefälschten Freistoß von Siemund doch noch unter sich begraben (49.). Dennoch drängten die Gastgeber kräftig auf den Ausgleich und nach einem Doppelpass mit Schmidt nutzte Kuckelt entsprechende Freiräume und knallte das Leder aus 15 Metern zum nicht unverdienten 1:1 in den Dreiangel (54.). Es wurde jedoch noch schlimmer. Ein weiter Abschlag von Kischel kam postwendend zurück, weil wir nicht energisch nachgesetzt hatten, sodass Schmidt den freien Heyse am 16er sah und ihn direkt anspielte. Heyse ließ sich nicht zweimal bitten und traf umgehend zum 2:1 (66.). Ebenso verzog Pfeffing aus ca. 14 Metern knapp (68.). Leipzig verteidigte fortan geschickt die Führung, weil bei uns aber auch der letzte „Biss“ zum Torerfolg fehlte, mehrmals wurden die relativ guten Angriffe nicht konsequent zu Ende gespielt. Siemund (Kopfball/81.), Salihu (84.), Eggert (90.) und Neumann (90.+4) tauchten zwar nochmals viel versprechend in Torraumnähe auf, aber ein Treffer fiel leider nicht mehr, es blieb beim Heimsieg des FC Sachsen.

Trainer Dirk Heyne

Sachsen-Trainer Dirk Heyne

In der anschließenden Pressekonferenz analysierten beide Trainer das gute Oberliga-Spiel treffend und ausführlich. Trainer Petersen war angesichts der vermeidbaren Niederlage ein wenig enttäuscht: „Wir haben hier etwas liegen lassen. Nach einer sehr guten ersten Halbzeit hat uns heute die gewisse Geilheit gefehlt, zumindest einen Punkt mitzunehmen. Wir haben uns durch die körperbetonte Spielweise der Gastgeber beeindrucken lassen, Sachsen hat uns dadurch vor allem nach der Pause den Schneid abgekauft. Meine Jungs haben heute so ein bisschen den unbedingten Siegeswillen vermissen lassen. Eines darf man jedoch auch nicht vergessen. Zurzeit habe ich nur einen kleinen Kader zur Verfügung, weil mehrere Akteure verletzungs- bzw. krankheitsbedingt fehlen und diese enorme Belastung, mit dem jetzt fünften Spiel innerhalb von 14 Tagen, macht sich eben auch bemerkbar. Dennoch war heute eindeutig mehr drin!“ Ähnlich äußerte sich Coach Heyne: „Bis auf die ersten zehn Minuten sind wir nur schwer ins Spiel gekommen, Halberstadt war uns in der ersten Hälfte überlegen und wir hatten Glück, dass wir nicht 0:2 hinten lagen. Nach einem schnell ausgeführten Freistoß machen wir dann nach der Pause das 1:1. Mit dem Remis wäre ich auch zufrieden gewesen, aber meine Jungs haben für den Sieg, der zwar glücklich, aber durchaus verdient war, alles gegeben.

Bereits am kommenden Mittwoch steht für unsere Mannschaft das nächste Highlight an, wenn der neue Oberliga-Meister RB Leipzig » im Friedensstadion zu Gast ist. Die Markranstädter stehen seit diesem Wochenende endgültig als neuer Titelträger fest, sind bereits vier Wochen vor Saisonende nicht mehr von Platz 1 zu verdrängen und steigen somit in die Regionalliga Nord auf. Anstoß ist um 18 Uhr.

FC Sachsen Leipzig:
Weiß – Kuckelt, Köckeritz, Kittler, Felke – Werner – Schößler (88. Nolde), Schmidt, Gröbel (73. Neigenfink) – Heinze (63. Pfeffing), Heyse

VfB Germania Halberstadt:
Kischel – Pölzing, Siemund, Saalbach, Mutschler – Krüger, Hosenthien, Rode (75. Ruttke), Götz (60. Neumann) – Reitzig (75. Salihu), Eggert

Schiedsrichter: Marko Wartmann (Großvargula)
Tor: 0:1 Eggert (35.), 1:1 Kuckelt (54.), 2:1 Heyse (66.)
Zuschauer: 1.056, inkl. 42 Germania-Fans

Gelbe Karten: Weiß, Kuckelt – Hosenthien, Reitzig

Torchancen: 4:4 (2:3)

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