Enttäuschende 3:0-Auswärtsniederlage in Zwickau
Mit einer bitteren Niederlage beim FSV Zwickau mussten unsere Oberligafußballer am 26. Spieltag die Heimreise antreten. In einer äußerst niveauarmen Partie gingen die Gastgeber kurz vor der Pause mit ihrer ersten Torchance in Führung, Fuchsenthaler hatte getroffen. Auch nach dem Seitenwechsel konnten wir uns kaum Möglichkeiten erarbeiten und Shubitidze erhöhte auf 2:0, ehe erneut Fuchsenthaler mit dem Abpfiff das 3:0 markierte.
Nach einer kleinen Durststrecke mit drei sieglosen Spielen in Folge (1:1 in Meuselwitz, 0:1 in Auerbach, 0:0 gegen Lok Leipzig) hatte sich unsere Mannschaft für die Auswärtspartie beim FSV viel vorgenommen, sollte doch mindestens ein, wenn nicht sogar ein dreifacher Punktgewinn gelingen, was sich jedoch angesichts der bisherigen neun Duelle als schwieriges Unterfangen darstellen sollte, konnten wir Zwickau doch überhaupt erst einmal bezwingen. Dieser Sieg datierte allerdings von unserem letzten Auftritt im Westsachsenstadion, als wir im August 2007 einen grandiosen 5:2-Auswärtserfolg feierten. Hinzu kam, dass Zwickau, immerhin unangefochtener Oberliga-Herbstmeister, in der Rückrunde völlig „eingebrochen“ war und aus den letzten neun Begegnungen nur drei Remis holen konnte, der Rest ging teilweise deutlich verloren, was auch den Trainerwechsel, Zimmerling ersetzte Ende April Vorgänger Keller, zur Folge hatte. Außerdem hatte Neu-Coach Zimmerling mit erheblichen Personalproblemen zu kämpfen und musste fünf Stammspieler (Adamu, Pinto, Meyer, Gasser, Helbig) ersetzen. Bei uns fehlten „nur“ Pölzing (Gelbsperre) und Hosenthien (im Aufbautraining), Saalbach sammelte in der Zweiten Spielpraxis.

Shubitidze (Nr. 21) glänzte!
Mit guten Vorzeichen begann die Partie des Sechsten gegen uns, den Tabellenvierten, übrigens bei herrlichem Sommerwetter, und nach einem maßgenauen Diagonalpass von Kopp auf Binsker, bugsierte Götz die folgende Flanke per Kopfball-Aufsetzer Richtung Tor, wobei Schlussmann Kallisch erhebliche Probleme zeigte, aber Kalbus hatte es leider verpasst, energisch nachzusetzen (6.). Dies sind wohl die besagten Nachlässigkeiten, die uns eben nicht zur Tabellenspitze vordringen lassen. Wie dem auch sei, bereits in der nächsten Szene tauchte Zwickau erstmals gefährlich vor unserem Gehäuse auf, aber nach einem Konter über Fuchsenthaler schoss Masak aus 16 Metern jedoch weit übers Tor (9.). Viel knapper bemessen war der folgende 25-Meter-Knaller von Luck, hier fehlten nur wenige Zentimeter (12.).
Damit hatten beide Teams vorerst ihr „Pulver“ verschossen, denn fortan regierte der „Sommerfußball“ auf dem Platz - es passierte rein gar nichts Erwähnenswertes, von den ca. 70 heimischen „Ultras“ mal abgesehen, die über die gesamten 90 Minuten etwas Stimmung verbreiteten. Den „Nichtangriffspakt“ durchschlug dann ein Distanzschuss von Binsker, der ebenso nur knapp am Tor vorbei flog (43.). Als sich alle Beteiligten bereits mit dem 0:0 zur Pause abgefunden hatten, schlug Zwickau eiskalt zu und nutzte die erste eigene Torchance zur glücklichen Führung, aber unsere Jungs hatten erhebliche „Schrittmacherdienste“ geleistet: Binsker hatte den Ball zuvor völlig überhastet ins Seitenaus geschlagen, und beim folgenden Einwurf leistete sich Luck ein ebenso unnötiges Foul, sodass Shubitidzes folgender Freistoß den Kopf von Fuchsenthaler fand, Bewacher Gottwald hatte „geschlafen“, und somit stand es 1:0 für Zwickau (45.). Äußerst ärgerlich!

Nach 68 Minuten stand es 2:0!
Trotz der sehr lautstarken Kabinen-Ansprache von Trainer Petersen fanden wir auch nach dem Seitenwechsel nicht in die Partie zurück. Wir waren zwar über weite Strecken der Partie spielbestimmend, aber tolle Torraumszenen gab es leider nicht, auch Zwickau trug wenig zur Qualitätsverbesserung bei. Erst nach einer Stunde tauchten unsere Jungs mal wieder vor dem gegnerischen Gehäuse auf, als Gerlach und Sommermeyer gekonnt Doppelpass spielten und Kalbus die folgende Eingabe nicht gut genug traf, sodass Kallisch keine Parade zeigen musste. Hatte Müller dann noch vergeblich versucht einen Foulelfmeter zu schinden, Rode klärte im Strafraum regelkonform, fiel kurz darauf der zweite Treffer für die Gastgeber. Nach einem Ballverlust von Eggert am gegnerischen 16er konterten die Sachsen lehrbuchreif über Shubitidze, der Müller anspielte, sodass dieser von der Mittellinie an los marschierte, in Luck einen treuen und pflegeleichten „Mittraber“ fand und seelenruhig zurück auf Shubitidze passen konnte, der sich die Chance nicht entgehen ließ und aus 15 Metern clever zum 2:0 einschob (68.). Eine aggressive Torverhinderung sieht in jedem Fall anders aus!
Und nur eine Minute später hätte Fuchsenthaler Keeper Kischel fast mit einem 45-Meter-Schuss überlistet, aber wenigstens unser Kapitän blieb an diesem Tag hellwach. Coach Petersen, der zuvor schon in der Abwehr auf eine Dreierkette umgestellt hatte, setzte jetzt alles auf eine Karte und brachte mit Reitzig einen dritten Stürmer, Rode rückte nach hinten und Kopp nun als Antreiber im Mittelfeld. Eine notwendige Trotzreaktion blieb allerdings aus, ganz im Gegenteil, Zwickau drückte weiter aufs Tempo und versuchte sich in Kontern. So scheiterte u. a. Balg an Kischel (80.). Kurz darauf stand Kischel abermals im Mittelpunkt, als sich Kalbus einen bösen Fehlpass leistete, den Fuchsenthaler sofort aufnahm, um Masak frei zu spielen, der jedoch im „1:1-Duell“ am bravourös haltenden Kischel gescheitert war. Und man sollte es kaum glauben, aber nach geschlagenen 88 (!) Spielminuten konnten wir uns die erste und einzige hundertprozentige Torchance erarbeiten, als Grimm, nach Gottwald-Flanke und Kopfball-Pass von Reitzig, völlig frei vor Kallisch aufgetaucht war, aber den Keeper nicht überwinden konnte, weil Pietzsch doch noch störte. Richtig bitter wurde es dann 70 Sekunden später, als Zwickau einen weiteren Konter über Shubitidze, Müller und Balg mit dem 3:0 durch Fuchsenthaler abschloss. Schiedsrichter Jauch erlöste uns dann auch sogleich mit dem umgehenden Schlusspfiff.

Coach Petersen war sauer!
Mit einer absolut enttäuschenden Niederlage verabschiedeten wir uns aus Zwickau und sind nun seit fast vier Spielen, insgesamt 355 Minuten, ohne eigenen Treffer. Unser letztes Tor gelang uns mit dem 40-Meter-Hammer von Binsker in Meuselwitz. Ebenso verärgert war Trainer Petersen nach der Partie und der 48-Jährige äußerte sich wie folgt: „Das nackte Ergebnis sagt eigentlich alles aus. Zu Beginn konnte man die Verunsicherung und Ängstlichkeit der Zwickauer richtig spüren, aber wir waren hier heute die Harmlosigkeit in Person und haben den Gastgeber richtig aufgebaut. Wenn ich es nicht besser wüsste, könnte man meinen, dass es bis zur 40. Minute ein Freundschaftsspiel gegeben hat, so schwach war die Begegnung. Für die Zwickauer war es dennoch ein verdienter Erfolg, sie haben mit Geduld und Disziplin gewonnen. Für uns war es hingegen ein kleiner Rückfall. Meine Mannschaft hatte zwar insgesamt mehr Ballbesitz und auch die größeren Spielanteile, aber eben überhaupt keine klare Torchance. Das war schon bitter, zumal wir viel besser Fußball spielen können!“
Zum vorletzten Heimspiel der laufenden Saison empfangen wir am kommenden Sonntagnachmittag die Drittliga-Reserve von Carl Zeiss Jena ». Anstoß ist um 14 Uhr.
FSV Zwickau:
Kallisch – Gillert, Günther (37. Köcher), Pietsch, Troschke – Masak, Jazwinski, Müller – Shubitidze – Fuchsenthaler, Lietz (76. Balg)
VfB Germania Halberstadt:
Kischel – Sommermeyer (63. Grimm), Gottwald, Kopp, F. Binsker – Rode, Luck (74. Reitzig) – Kalbus, Weichert, Götz (46. Gerlach) – Eggert
Schiedsrichter: Torsten Jauch (Benshausen)
Tore: 1:0, 3:0 Fuchsenthaler (45./89.), 2:0 Shubitidze (68.)
Zuschauer: 529, inkl. 11 Germania-Fans
Gelbe Karten: Binsker, Gerlach, Rode
Torchancen: 4:1 (1:0)











