VfB Germania Halberstadt

24. Mai 2009

Schwache Vorstellung beim Tabellenletzten!

Am drittletzten Spieltag musste sich unsere Oberliga-Elf mit einem 1:1 bei der U23-Mannschaft vom 1. FC Magdeburg begnügen. Nach furiosem Beginn, als wir erstklassige Torchancen leider nicht nutzen konnten, ging der Tabellenletzte und nunmehr feststehende Absteiger überraschend kurz vor der Pause in Führung, Aboagye hatte zum 1:0 getroffen. Nach dem Seitenwechsel hielt uns dann Keeper Kischel mit einigen guten Paraden im Spiel, bevor Binsker doch noch den relativ glücklichen Ausgleich erzielen konnte.

Mit völlig unterschiedlichen Vorzeichen traten beide Mannschaften zu diesem Landesderby an. Unsere Jungs wollten den vierten Tabellenplatz sichern und nach dem 4:2-Heimsieg gegen Jenas U23 eine neue Erfolgsserie starten, gelang ihnen doch in den letzten fünf Begegnungen nur ein einziger Dreier. Magdeburg war hingegen zum Siegen verdammt, sollte die theoretische Chance auf den Klassenerhalt doch noch irgendwie erhalten werden, und obwohl diverse U23-Akteure der Ersten, wie z. B. Siga, Georgi, Gewelke, Brendel oder Matthias laut den NOFV-Regeln definitiv spielberechtigt gewesen wären, kam nur Tischer vom Regionalliga-Team zum Einsatz, da hatten die Offiziellen wohl „geschlafen“. Ebenso musste FCM-Coach Wojcik auf Werner (Mittelfuß), Girke (Zeh), Göres (Knöchel) und Knöfler (Knie) verzichten. Aber auch Trainer Petersen konnte nicht auf seine Top-Elf zurückgreifen, ihm fehlten mit Hosenthien (im Lauftraining), Weichert (Leisten-OP), Rode (Knie) und Luck (Rücken) gleich vier Stammspieler. Somit stand A-Junior Schwarzenberg erstmals im Kader.

Götz (re.) vs. Herold!

Götz (re.) im Duell mit Herold!

Von Beginn an setzten wir den Tabellenletzten massiv unter Druck, und nach Freistoß von Kopp und Pass Binsker tauchte Gerlach im gegnerischen Strafraum auf, trickste Taylor aus, scheiterte aber an Tischer (1.). Dann war es Eggert, der Bewacher Loth den Ball an der Auslinie „klaute“, um auf Pölzing zu flanken, aber Pölzing konnte Keeper Tischer aus 14 Metern ebenso nicht überwinden (4.). Magdeburg kam zehn Minuten später erstmals in die Nähe unseres Tores, aber Kopp klärte die Eingabe von Herold relativ souverän. Viel gefährlicher war kurz darauf eine erneute Chance von Gerlach, der einen öffnenden Pass von Gottwald aufnahm, aber erneut an Tischer nicht vorbei kam (17.). Ebenso vermochte es Heit nicht, den Ball nach einem Gerlach-Freistoß aus neun Metern im Tor unterbringen (24.). Spätestens mit dieser vierten guten Möglichkeit muss eigentlich ein Treffer fallen. Die Gastgeber fanden dann auch besser ins Spiel, und nach einem Konter über Tietz und Pass von Ndombasi tauchte Aboagye vor Kischel auf, bugsierte aber nur eine „Rückgabe“ in Kischels Hände, da hatten wir etwas Glück (28.).

Eggert ließ dann ein kleines „Offensivfeuer“ aufflammen, als er eines seiner Solos im Strafraum startete, aber leider keinen Abnehmer fand (36.). Die Landeshauptstädter riskierten nun etwas mehr, da sie auch die oder andere Unaufmerksamkeit unserer Defensiv-Abteilung erkannten. So kombinierten sie über Jahnel, Tietz, Aboagye und Ndombasi, sodass Dentz aus 16 Metern „abziehen“ konnte, aber knapp daneben schoss (38.). Kurz darauf leisteten wir uns einen erstklassigen „Nicht-Angriffs-Pakt“, bei dem auch umgehend das 1:0 durch Aboagye fiel. Über die Stationen Ndombasi, Herold und nochmals Ndombasi landete der Ball ohne Halberstädter Zwischenberührung bei besagtem Aboagye, der Gegenspieler Kopp ziemlich alt aussehen ließ und fast mit dem Pausenpfiff aus sechs Metern „netzte“ (45.).

Fotos: Florian Bortfeldt

Verteidiger Randy Gottwald (re.) hatte nach der Pause viel zu tun. Fotos: Florian Bortfeldt

Zur zweiten Halbzeit erwarteten die wenigen anwesenden Germaniafans eine Trotzreaktion, die jedoch leider ausblieb. Das Niveau blieb weiterhin bescheiden und die Partie hatte den Charakter eines lauen Sommerkicks. Erst nach 57 Spielminuten kam wieder etwas „Leben in die Bude“. Einen Freistoß von Gerlach klärte Ndombasi, indem er Mitspieler Dentz anköpfte, sodass der Ball direkt bei Götz landete, der umgehend direkt abzog, aber aus ca. 12 Metern übers Tor schoss. Damit hatten wir unser „Pulver“ jedoch komplett verschossen, denn fortan bestimmten die Gastgeber das Geschehen auf dem Platz, die u. a. mustergütig über Ndombasi konterten und Kischel musste schon Kopf und Kragen riskieren, um die Eingabe von Tietz vor dem heran stürzenden Aboagye zu klären (60.). Ebenso nahm Herold einen von Saalbach zu kurz abgewehrten Ball auf und ließ einen Schlenzer aus 17 Metern folgen, aber Kischel blieb wachsam, wie auch nach einem bösen Ballverlust von Gerlach an der Mittelinie, bei dem nach Pass von Tietz ein Lupfer von Herold folgte (76.).

Binsker (re.) traf zum 1:1!

Felix Binsker (re.) traf zum 1:1!

Viel Pech hatten die Gastgeber dann, als Osterland nach leichtem Schupser die zweite Verwarnung sah und entsprechend mit Gelb-Rot vom Platz flog (78.). Jetzt ging noch einmal ein Ruck durch unsere Mannschaft und Reitzig verpasste aus Nahdistanz ein Grimm-Zuspiel nur wenige Zentimeter (79.). Ebenso köpfte Pölzing einen Gerlach-Freistoß übers Tor, wie auch Sommermeyer eine Flanke von Kalbus aus äußerst spitzem Winkel knapp vorbei schoss (84.). Aber nur 25 Sekunden später war es soweit. Saalbach hatte auf Gerlach gepasst, der eine gefährliche Flanke an den Fünfmeterraum folgen ließ, und Binsker bugsierte den Ball aus fünf Metern zum 1:1-Ausgleich ins Tor. Mehr passierte nicht mehr…

Wenngleich wir nur in der Anfangsphase überzeugen konnten, haben unsere Jungs den vierten Tabellenplatz mit dem einen Auswärtspunkt dennoch verteidigt, und am kommenden Sonntag können wir diese tolle Platzierung weiter festigen. Zur letzten Heimbegegnung der laufenden Oberliga-Saison empfangen wir dann das Team vom SC Borea Dresden ». Anstoß ist hier schon um 13.30 Uhr. Das Rahmenprogramm beginnt bereits um 11 Uhr mit einem Vorspiel der Aufstiegs-Mannschaft aus der Saison 1999/2000, wenn u. a. Frank Lieberam, Erik Hartmann, Frank Lindemann und René Cunaeus noch einmal die Töppen schnüren.

1. FC Magdeburg U23:
Tischer – Weiß, Loth, Taylor, Jahnel – Osterland – Tietz, Dentz, Herold (88. Gebauer) – Aboagye (80. Schmidt), Ndombasi

VfB Germania Halberstadt:
Kischel – Pölzing, Gottwald, Kopp, F. Binsker – Saalbach, Heit (65. Sommermeyer) – Götz (65. Grimm), Gerlach, Kalbus – Eggert (77. Reitzig)

Schiedsrichter: Daniela Schneider (Limbach-Oberfrohna)
Tore: 1:0 Aboagye (45.), 1:1 Binsker (85.)
Zuschauer: 217, inkl. 23 Germania-Fans

Gelbe Karten: Jahnel – Kopp, Saalbach
Gelb/Rote Karte: Osterland (78./wiederholtes Foulspiel)

Torchancen: 5:6 (2:4)

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