„Wir sind weiterhin auf einem guten Weg!“
Am kommenden Sonntagnachmittag empfangen wir das U23-Team vom FC Erzgebirge Aue im heimischen Friedensstadion. Vor dieser Partie bezog Jan Mutschler (Foto) in einem Interview Stellung. Dabei blickte der 27-jährige Neuzugang auf das Aue-Spiel voraus und äußerte sich auch zu seiner persönlichen Situation.
Mutsche, finden wir gegen Aues Zweite in die Erfolgsspur zurück?
… natürlich! Ich bin aber sowieso der Meinung, dass wir nicht davon abgekommen sind, trotz der relativ unglücklichen Niederlage in Bautzen. Wir sind weiterhin auf einem guten Weg, den wir auch am Sonntag fortsetzen werden, da bin ich mir sicher!
Was erwartest du ansonsten vom Duell mit dem U23-Team vom FC Erzgebirge?
Ich denke, es wird ein „offener Schlagabtausch“, denn in diesen „Reserve-Teams“ der Ersten, Zweiten oder auch Dritten Liga stecken vorrangig gut ausgebildete Fußballer, darum erwarte ich auch ein technisch versiertes Spiel, dass durchaus auf „Augenhöhe“ stattfinden wird. Wir brauchen uns, trotz unserer derzeitigen Personalprobleme, nicht verstecken, aber es wird ein hartes Stück Arbeit, Aue zu besiegen.
Die letzte Partie in Bautzen ging leider knapp verloren. Was meinst du, hätten wir mit einem bessren Schiedsrichter gewonnen?
Das ist eine gute Frage, aber zu allererst müssen wir uns an die „eigene Nase“ fassen, denn genug Torchancen hatten wir ja. Dennoch ist eindeutig festzuhalten, dass uns diese fragwürdige Schiedsrichterleistung die Tabellenführung gekostet hat. Nach Auswertung unseres Videomaterials wurde das reguläre Tor von „Blanker“ (Roy Blankenburg, die Redaktion) leider nicht anerkannt, obwohl nachweislich keine Abseitsstellung vorgelegen hat. Darüber hinaus gab es noch viele weitere Situationen, bei denen der Unparteiische, ich sage mal etwas vorsichtig, sehr unglücklich agiert hat. Aber auch das ist „Schnee von gestern“, am Sonntagnachmittag zählt nur das Spiel gegen Aue!

Jan Mutschler (27 Jahre)
Mit deinen mittlerweile 27 Jahren hast du bereits eine bewegte Fußballkarriere hinter dir. Was waren die bisherigen Highlights und wo kann es noch hingehen?
Mein persönliches Highlight war für mich bisher, dass ich in Babelsberg mit meinem Bruder zusammen spielen konnte, das war schon etwas ganz Besonderes. Darüber hinaus sind an dieser Stelle auch die sechs Landespokalsiege und die daraus resultierenden DFB-Pokal-Begegnungen zu nennen. Solche Partien vergisst du als Fußballer nie, vor allem erinnere ich mich gerne an mein Tor für den damaligen Oberligisten Babelsberg zurück, als wir den Zweitligisten Hansa Rostock überraschend mit 2:1 aus dem Pokal „kegelten“. Auch die Spiele am Hamburger Millerntor und meine Zeit in Oberhausen sind unvergessen, und mein eines U20-Länderspiel sowieso. Ebenso in guter Erinnerung sind mir natürlich die Relegationsspiele mit Neuruppin gegen Carl Zeiss Jena und der Regionalliga-Aufstieg mit Babelsberg im Jahr 2007. Des Weiteren werde ich auch meine erste Regionalligapartie für Tennis Borussia Berlin nie vergessen, als ich im Alter von 18 Jahren unter Trainer Mirko Slomka gegen Fortuna Köln auflaufen durfte. Und genau deshalb möchte ich noch mal aufsteigen, um mit Germania in der „Regio“ zu kicken. Natürlich wäre jedes Drittligaspiel noch ein Traum für mich…
Außerdem steht in deiner Vita ein Länderspiel für die U20-Nationalmannschaft. Wie kam es dazu und mit welchen Fußballgrößen hast du damals beim DFB zusammen gespielt?
Beim Spiel von Wolfsburgs U23 gegen Eintracht Nordhorn wollte Horst Hrubesch einige meiner Wolfsburger Mannschaftskollegen beobachten, aber ich habe eine überragende Partie abgeliefert und somit die Einladung erhalten. In Pfullendorf haben wir dann gegen die Schweiz mit 2:1 gewonnen, u. a. mit dem jetzt Neu-Herthaner Florian Kringe, Simon Rolfes von Bayer Leverkusen und Dennis Eilhoff von Arminia Bielefeld.
Auf dem Platz bist du universell einsetzbar, aber wo spielst du eigentlich am liebsten?
Ganz klar, hinten links in der Viererkette!
Du kickst zum ersten Mal in der NOFV-Oberliga Süd. Wie ist dein Eindruck von der Spielstärke unserer Staffel?
Ganz ehrlich, nicht umsonst sagen viele Experten, dass es die wohl stärkste Oberliga Deutschlands ist. Ich bin deswegen aber nicht groß überrascht, denn das wusste ich vorher ganz genau, immerhin kenne ich das „Fußballgeschäft“ seit zig Jahren.
Wie schätzt du ansonsten unseren bisherigen Saisonverlauf ein?
Von der Niederlage in Bautzen abgesehen, dürfen wir sehr zufrieden sein. Ich denke, dass wir die Erwartungen, die wir auch an uns selber haben, bisher durchaus erfüllen konnten. Eins ist natürlich auch Fakt, wir müssen in den nächsten Wochen nachlegen, denn wie sagt unser Trainer so schön, „mit zwölf Punkten steigst du am Ende der Saison trotzdem ab“. Wir dürfen uns also nicht ausruhen, und müssen Woche für Woche zeigen und beweisen, dass wir oben mitspielen wollen und können.

'Mutsche' war in der Regenpartie gegen Pößneck sogar kurzzeitig Kapitän. Foto: S. Grote
Wie kam der Wechsel zum VfB Germania eigentlich zustande bzw. was hat dich gereizt, noch mal voll anzugreifen?
… über meinen Berater und Freund Markus Hain. Außerdem haben sich Germania und insbesondere unser Trainer sehr um mich bemüht. Herr Petersen zeigte schon seit Jahren an meiner Person Interesse, und jetzt hat es endlich geklappt, unter ihm zu spielen. Außerdem wollte ich in den Leistungssport zurück. Darüber hinaus war mir wichtig, für eine Mannschaft aufzulaufen, die um den Aufstieg kämpft, denn ich würde schon sehr gerne noch einmal gegen Babelsberg antreten. Zudem möchte ich es mir selbst noch einmal beweisen.
Seit kurzer Zeit bist du außerdem stolzer Vater einer kleinen Tochter. Wie hat sich dein Leben seitdem verändert?
Die Geburt unserer Tochter war der größte Moment in meinem Leben, da kommt auch so schnell nichts mehr ran. Seitdem sehe ich vieles im Leben völlig anders, allein mein Verantwortungsbewusstsein ist enorm gestiegen. Dennoch hält mir meine Lebensgefährtin komplett den „Rücken“ frei, dafür kann ich ihr gar nicht genug danken. Da bin ich echt stolz, denn solch eine tolle Partnerin findet man(n) nicht allzu oft. Außerdem habe ich gelernt, wie extrem wichtig für einen Familienvater der geregelte Tagesablauf ist.
Mit der „Kleinfamilie Mutschler“ seid ihr drei im vergangenen Sommer von Berlin nach Halberstadt gezogen. Habt ihr euch schon gut eingelebt?
… sehr gut eingelebt sogar. Wir sind super aufgenommen worden, in jeglicher Hinsicht, und wir können uns wirklich vorstellen, hier sesshaft zu werden, denn der Harz ist die schönste Gegend, in der ich jemals gelebt habe.
Hauptberuflich bist du bei einem unserer größten Sponsoren angestellt. Wie lassen sich Job und Fußball verbinden?
Voran schicken muss ich erstmal, dass wir alle froh sein können, dass es bei Germania solche Sponsoren wir die Firmen Etikon und Novakon gibt, die den Halberstädter Fußball mit aller Kraft unterstützen und den Erfolg der Mannschaft immer wieder in den Vordergrund stellen. Ich bin zwar noch nicht allzu lang hier, aber schon jetzt kann ich sagen, ohne einen Alex Maree wären wir in dieser Saison bei weitem nicht so erfolgreich, wenngleich natürlich auch viele andere einen wichtigen Beitrag dazu leisten. Aus eigener Erfahrung weiß ich zudem, dass es nicht immer einfach ist, Beruf und Fußball in Einklang zu bringen, aber wie es hier in meinem Job bei Etikon und mit Germania läuft, ist schon toll. Wie gesagt, ich fühle mich in Halberstadt in jeder Lebenslage super wohl, und das völlig unabhängig vom finanziellen Aspekt. Mein Chef Alex ist sehr unkompliziert, und er lässt uns für den Fußball die notwendigen Freiräume. Dennoch versuchen wir natürlich, dies mit guter Leistung, sei es auf dem Platz oder bei der täglichen Arbeit im Büro, zurückzuzahlen.
Hast du sonst noch etwas auf dem Herzen, was du schon immer mal in einem Interview erzählen wolltest?
Ganz ehrlich, auch wenn du jetzt lachen wirst… Aber ich wollte schon immer mal mit Florian Eggert in einer Mannschaft kicken, wirklich, das ist kein Witz!
Vielen Dank für das aufschlussreiche Gespräch!











