„Werden alles dafür tun, auch am Sonntag zu gewinnen!“
Vor der Partie am kommenden Sonntagnachmittag gegen den Aufsteiger VfL Halle 1896 stand Neuzugang Roy Blankenburg (Foto), der vor drei Wochen aus Aue verpflichtet wurde, in einem Interview Rede und Antwort. Der 22-Jährige ging dabei jedoch nicht nur auf das Landesderby ein.

Roy Blankenburg (22 Jahre)
Roy, am Sonntag können wir gegen Halle 96 den dritten Sieg in Folge einfahren. Was erwartest du vom Landesderby gegen den Aufsteiger?
Da ich mich bereits eingehend mit dem VfB Germania und etwaigen Statistiken beschäftigt habe, weiß ich sehr wohl, dass drei gewonnene Spiele zum Oberligastart für Halberstadt eine besondere Premiere wären, und auch aus diesem Grund werde ich gemeinsam mit unserer Mannschaft alles dafür tun, dass wir am Sonntagnachmittag gegen Halle gewinnen, das versteht sich doch von selbst. Eigentlich bin ich aber kein großer Anhänger von solchen Bilanzen, denn wie sagt man so schön, „das nächste Spiel ist immer das schwerste“. Das Duell mit Halle 96 ist ansonsten für mich eine Partie wie jede andere auch. Einfach wird es bestimmt nicht, denn gerade die Aufsteiger sind immer schwer einzuschätzen, und den Tabellenführer möchte jeder schlagen. Die Gäste aus der Saalestadt werden ebenso mit aller Macht versuchen, hier im Friedensstadion eine „Duftmarke“ zu setzen. Die Vorzeichen für ein interessantes Spiel sehen demnach ganz gut aus, glaub ich.
Hättest du damit gerechtet, dass wir so gut in die neue Saison starten?
Ich hatte schon insgeheim mit vier Punkten gerechnet, aber dass es bisher so erfolgreich läuft, überrascht auch mich, wenngleich dies für das gute Potential unserer Mannschaft spricht.
Wie kam der kurzfristige Wechsel von Aue nach Halberstadt zustande, immerhin hast du die Vorbereitung bei der dortigen Profi-Mannschaft absolviert?
Germania ist eine gute Adresse, wenn nicht sogar ein Spitzenteam der Oberliga, dies hat mir auch mein Berater aufgezeigt. Bereits beim ersten Besuch hab ich mich hier sehr wohl gefühlt, auch wegen der jungen Mannschaft und den beispielhaften Rahmenbedingungen. Außerdem wollte ich in eine andere Region wechseln, und ich habe eine neue Herausforderung gesucht.
Du bist erst seit knapp drei Wochen beim VfB und hast in den ersten beiden Spielen bereits dreimal getroffen. Wie siehst du deine eigene Entwicklung?
Natürlich bin ich erstmal zufrieden, aber ich bin noch lange nicht am Ende meiner Entwicklung. Im Training und auch in den Spielen werde ich versuchen, mich weiter zu steigern, um der Mannschaft dabei entscheidend zu helfen, weiterhin oben mitzuspielen, sodass wir uns darüber hinaus auch für höhere Aufgaben anbieten können. Insgesamt sehe ich meine Entwicklung hier aber bisher mehr als positiv.
In Aue konntest du im Männerbereich in 108 Spielen immerhin 45 Tore erzielen. Können wir mit Ähnlichem bei Germania rechnen?
… na das hoffe ich doch! Meine bisherige Halberstädter Quote ist ganz ordentlich, aber darauf ausruhen werde ich mich nicht. Wie sagt unser Trainer zurzeit so gerne: „Sechs Punkte sind gut, aber auch mit diesen sechs Zählern, sollte es dabei bleiben, steigst du am Ende dennoch ab“. Als Stürmer hast du nun mal die Aufgabe Tore zu schießen, dafür stehst du auf dem Platz, und ich werde alles dafür tun, weiterhin wichtige Treffer zu erzielen.
Hast du dich mittlerweile in Halberstadt einigermaßen eingelebt bzw. wie gefällt dir deine neue Heimat?
Ja, ich hab mich schon ganz ordentlich eingelebt. Ich lebe hier in einer neuen Region, in einem neuen Umfeld und der „Tapetenwechsel“ hat mir bisher gut getan, ich kann mich auf jeden Fall nicht beklagen. Sicherlich fehlt mir meine Freundin Stephanie, aber wir sehen uns so oft es irgendwie geht, u. a. war sie ja auch am ersten und zweiten Spieltag dabei und hat mir sehr viel Glück gebracht.
Erzähl uns doch bitte etwas zu deiner bisherigen Fußballer-Laufbahn?
Im Alter von fünf Jahren begann ich bei meinem Heimatverein, dem SSV 91 Brand-Erbisdorf, mit dem Fußballspielen. So mit 15 bin ich dann zum BSC Freiberg gewechselt, um dann ein Jahr später nach Aue zu gehen. Dort spielte ich in der B- und A-Jugend in der Regionalliga und in den letzten vier Jahren habe ich dann bei den Profis vom FCE mittrainiert. Dort hatte ich auch in der vergangenen Saison zwei Kurzeinsätze in der Dritten Liga. Mein persönliches Highlight war jedoch die Teilnahme am Landespokalfinale 2007 mit der Zweiten von Aue gegen Dynamo Dresden, als wir dem klassenhöheren Gegner vor mehreren tausend Zuschauern nur knapp mit 0:2 unterlagen.

Roy Blankenburg (li.) im Zweikampf mit Stephan Pientak (Haldensleben). Foto: Sebastian Grote
Was kennzeichnet deine Spielweise auf dem Platz und wo siehst du deine Stärken?
Ich versuche vorrangig vorne die Lücken zu reißen. Meine Stärke ist bestimmt, dass ich beidfüßig schießen kann. Außerdem wird mir eine gewisse Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor nachgesagt.
Wo gibt es bei dir noch Steigerungsmöglichkeiten, und was hast du ansonsten für sportliche Ziele in deiner Fußballkarriere?
Da werden jetzt bestimmt viele Außenstehende lachen, aber mein Kopfballspiel will ich verbessern, trotz der drei Kopfballtore für Germania :-). Ansonsten möchte ich bald höherklassig Fußball spielen, in der Regionalliga, aber vielleicht auch in der 3. Liga.
Am nächsten Sonntag, den 30. August, treten wir zum Spitzenspiel bei RB Leipzig an. Wie siehst du dieses Duell beim Ligakrösus und absoluten Meisterschaftsfavoriten?
Auch jetzt werden sich einige bestimmt über meine Antwort wundern, aber ich sehe uns bei RB Leipzig leicht favorisiert, denn… die „Roten Bullen“ haben doch immensen Druck, nicht nur bei den Medien, dem Umfeld und ihrem Hauptsponsor, sondern auch bei den vielen Zuschauern. Mit ihrem hochklassig besetzten Kader muss RB eigentlich jedes Spiel dominieren, und das ganz klar im Gegensatz zu uns. Wir haben dort nichts zu verlieren und können völlig befreit aufspielen. Vielleicht hilft uns ja diese vermeintliche Lockerheit, um für die große Überraschung zu sorgen, wenngleich ich natürlich mit einem Punkt sehr zufrieden wäre. Aber erstmal gilt es diesen Sonntag Halle zu schlagen, und erst dann sehen wir weiter.
Was meinst du, sind wir stark genug, um oben mitspielen zu können?
Wie eingangs schon gesagt, hat unsere Mannschaft großes Potential, und wenn wir im Training, aber auch im Spiel noch mehr „Gas“ geben und noch mehr „Feuer“ entfachen, sind wir eigentlich kaum zu schlagen, so vermessen bin ich an dieser Stelle. Wir sollten vor allem den „einfachen“ Fußball spielen. Natürlich wird es auch Partien geben, wo wir den Platz nicht als Sieger verlassen, das ist doch völlig klar, aber dann heißt es, in der nächsten Begegnung bessere Leistungen abzurufen, denn erst dann zeigt sich, wie gut wir wirklich sind. Eine genauere Prognose kann man jedoch erst nach fünf bis sechs Spieltagen abgeben, zurzeit ist es nur eine Momentaufnahme.
Möchtest du uns sonst noch etwas erzählen?
Ich wünsche uns allen eine erfolgreiche Saison, aber vor allem, dass mehr Zuschauer ins Friedensstadion pilgern, verdient hätten wir es, denn gerade wenn es mal nicht so gut läuft, sind wir auf die lautstarke Unterstützung der Fans angewiesen. Außerdem möchte ich an dieser Stelle meine Familie grüßen und ihr für die Unterstützung danken!
Ich bedanke mich ebenso für das aufschlussreiche Gespräch!











