ETIKON Deutschland OHG

st_etikon.jpgSo wie bei ETIKON fängt höchst selten die Erfolgsgeschichte einer Firma an. Denn welcher Unternehmer kommt schon auf die Idee, sich in dem unbekannten 270 Einwohner zählenden Rodersdorf anzusiedeln? Der Holländer Alex Maree war im Jahr 2000 zur Beerdigung einer Verwandten in Rodersdorf eingeladen. Er entdeckte dort die brach liegenden Schafställe in der Straße der Freundschaft und hatte die zündende Idee: Dort soll das Etikettenwerk stehen, für das er seit einiger Zeit einen günstigeren Standort suchte. Alex Maree und sein damaliger deutscher Geschäftspartner hatten bereits Betriebe in Holland und Düsseldorf. Da sie dort ohnehin Schwierigkeiten hatten, Arbeitskräfte zu finden und es sie hier im Überfluss gab, führten sie die nötigen Gespräche, stellten Anträge, und ein Jahr später waren die Schafställe umgebaut, zu Büroräumen und einer Fabrikhalle im anheimelnden Fachwerkstil. Der kleine Düsseldorfer Betrieb zog komplett um nach Rodersdorf.

Haftetiketten in allen Formen, ob eckig, rund, oval oder ganz ausgefallen – alles ist möglich bei ETIKON. Auf einer Hülsenschneidmaschine werden die Papphülsen geschnitten, die, als Kern, die Grundlage der verschiedenen Fertigrollen bilden. Diese Rollen können von 30 mm bis zu 400 mm groß sein. Es sind sowohl Maschinen für Blankoetiketten, als auch 2- bis 6- Farben – Flexodruckmaschinen im Einsatz. So entstehen dort z. B. die Etiketten für Coca-Cola. Abnehmer sind aber vor allem Logistikunternehmen und Versandhäuser. Sie brauchen die Etiketten, um ihre Ware mit Kundenadressen oder den Strichcodes für die Preisauszeichnung zu versehen. Über diese Großabnehmer gelangen die Etiketten bis in die letzte Ecke Deutschlands und ins gesamte westliche Europa. Osteuropa beginnt sich auch schon ganz allmählich dafür zu interessieren. Ob mehrfarbig bedruckte oder Blanco-Etiketten, der Betrieb kann sich kaum retten vor Aufträgen.

Wenn im Jahre 2001 noch zwei Paletten täglich die Firma verließen, sind es heute bis zu 40. Betriebsleiter Michael Schumann lächelt über den anfänglichen monatlichen Umsatz von 50.000 Euro, inzwischen ist man bei einer Million Euro. Für das Dorf, das früher fast keine Arbeitsplätze hatte, ist ETIKON natürlich ein Segen – nicht nur weil der Betrieb Gewerbesteuern einbringt, sondern vor allem weil Arbeitsplätze geschaffen wurden. Die Zahl der Beschäftigten wuchs von anfangs 20 auf jetzt 76, davon sind allein zehn in der Ausbildung.